Ausweichsitz Rheinland-Pfalz – ein „Atombunker light“

"Atombunker light" im beschaulichen Rheinland-Pfalz
„Atombunker light“ im beschaulichen Rheinland-Pfalz

Kurze Eigenwerbung: An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass wir am 2. November unsere jährlichen Führungen durch den ehemaligen Ausweichsitz der rheinland-pfälzischen Landesregierung anbieten werden. Der Anfang der 80er Jahre entstandene zweigeschossige Atombunker mit etwas über 1100 Quadratmetern Nutzfläche liegt in Alzey – circa eine halbe Stunde entfernt von der Landeshauptstadt Mainz – ganz unauffällig unter der Turnhalle des Staatlichen Aufbaugymnasiums. Die Kreisverwaltung Alzey verwendet die ausgeräumte Anlage heute als Lager, trotzdem ist die technische Einrichtung (ABC-Filter, Netzersatzanlage) noch weitgehend erhalten. Wir werden mit der ersten Gruppe morgens um 10 starten (Treffpunkt Turnhalleneingang); eine Anmeldung wäre von Vorteil, muss aber nicht zwingend sein. Denn Führungen wird’s den ganzen Tag über im 40-Minuten-Takt geben (eventuell etwas Wartezeit einkalkulieren).

Dekonschleuse, Abwurfschacht für verseuchte Kleidung
Dekonschleuse, Abwurfschacht für verseuchte Kleidung

Während einer solchen Führung bekommen die Gäste beide Etagen der äußerlich eher unauffälligen Anlage zu sehen. Unsere Route führt durch ehemalige Büros der damaligen Verkehrs- und Landwirtschaftsministerien im 2. UG und auch mitten durch die technische Einrichtung im 1. UG hindurch. Mit Notstromsystem, Diesel- und Wassertanks sowie Luftfiltern sollte die Anlage der Landesregierung ermöglichen, im Krisen- oder Kriegsfall zwei Wochen lang unabhängig von der Außenwelt handlungsfähig zu bleiben. In den Lage- und Kommunikationszentren des Bunkers wird dann im letzten Drittel der Tour erklärt, welche Szenarien für das Bundesland in geheimen NATO-Übungen innerhalb der Anlage durchgespielt wurden – und somit auch, was das Land in einem Kriegsfall wohl erwartet hätte. (Spoiler: Es sah nicht unbedingt gut aus.)

Bis auf die dicke Betonarmierung zum Parkplatz der Schule ist das Bauwerk eher unscheinbar
Dickes Fundament für eine Turnhalle: Bis auf die massive Betonarmierung zum Parkplatz ist das Bauwerk eher unscheinbar

Mehr Informationen zu Eintritt, Zeiten und Anfahrt gibt hier. Falls jemand schon einmal vorab sehen möchte, was man dabei so erwarten kann – ein kleiner Video-Teaser findet sich im Sat1-Archiv. (Die öffentlich-rechtlichen Sender haben uns auch schon besucht, aber deren Filmbeiträge sind leider nirgendwo mehr aufzufinden.)

Wir freuen uns jedenfalls über jedeN einzelneN BesucherIn – die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Führungen trotz der spärlichen Ausstattung des Bunkers immer auf äußerst positive Resonanz stießen.

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