#bcbn16: Für mehr Barcamps

Ja, so könnte ich DIE zentrale Erkenntnis meines gestrigen Barcamp-Besuchs in Bonn nennen. Dass dieses Veranstaltungsformat Spaß macht, unglaublich viel bildet und zudem eine ausgeprägte soziale Komponente besitzt, war mir zwar schon vorher irgendwie klar – sonst wäre ich nicht freiwillig an einem Samstagmorgen um zehn vor sieben aus meinem herrlich komfortablen Bett gekrochen.

Was mir aber dieses Mal, bei meinem zweiten Barcamp-Besuch, auch noch ganz deutlich wurde: Warum dieses Format überhaupt so funktioniert. Warum dort Ideen entstehen, Projekte initiiert werden (gibt es davon eigentlich eine Auflistung?) und alle unfassbar nett zueinander sind. Klar, die Art der BesucherInnen hat natürlich einen gewissen Anteil daran, man kann allen eine gewisse Offenheit zuschreiben. Aber der andere Grund liegt für mich in der zugrunde liegenden Methode: Ein Barcamp organisiert sich im Prinzip wie ein Open Space, das heißt, Sessions werden zwar zeitlich festgelegt, aber ob es eine Session gibt, wie viele Leute dann dorthin kommen, wie lange die Leute im Raum bleiben oder ob man nur dort ist, um die 20 Euro für das Ticket in Form von Essen und Trinken wieder rauzuschlagen, bleibt jedem selbst überlassen. So ist man am ganzen Tag komplett flexibel, die Türen bleiben offen und wenn man aus einer Session nicht so viel mitnehmen kann, dann geht man halt Kaffee trinken oder setzt sich in eine andere Session. Zwischendurch bleibt genug Zeit, zm sich mit den neu kennengelernten Menschen zu unterhalten – was in meinem Fall zum Beispiel dazu führte, dass ich nun auch Freifunker aus beinahe meiner Nachbarschaft kenne. Das und die Tatsache, dass viele Sessions mehr einen offenen Workshop-Charakter haben statt frontaler Vortrag zu sein, sorgt dafür, dass in den 45 Minuten (gerade mal eine Schulstunde!) pro Session eine Vielzahl an Ideen generiert wird. Die Menschen sind einfach offen, haben Spaß, wollen dazulernen und helfen; und das Format sorgt dafür, dass jede/r BesucherIn den eigenen Bedürfnissen gerecht wird. Und wenn ich von dem vielen Input einfach nur erschlagen bin, dann ziehe ich mir eben eine Session zu Urlaubsberichten über Neuseeland („Warum Neuseeland scheiße ist“) oder Hausbooten rein. Ja, Hausboote. Ich wäre hingegangen, wenn ich nicht unbedingt zu den Freifunkern gewollt hätte. (Was definitiv kein Fehler war.)

Kurzum, es sollte deutlich mehr von solchen offenen Veranstaltungen geben, man kann als erwachsener Mensch einfach kaum mehr Inspiration in so kurzer Zeit mitnehmen.

Das nächste Barcamp in der Region findet übrigens in Koblenz statt.

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