David Hasselhoff ist zurück.

Mit einem furiosen Video zum Crowdfunding-Film Kung Fury. Ein heißer Ritt auf Polizeiwagen und Dinosauriern, an Krawallbrüdern und an Hitler vorbei. Und ein Lamborghini darf natürlich auch nicht fehlen.

Viel mehr fällt mir dazu jetzt auch nicht ein. Außer, dass mir das Lied auch noch gefällt (das Ende ist nah) und ich auf die erste Band warte, die davon ein Metalcover rausbringt.

Musiktipp der Woche: WildRider

Nach Slamdown freue ich mich nun auf Teil 2 der Reihe „Alte Bandkollegen machen jetzt…“:

WildRider (live in Bonn am 12.02.)

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© WildRider

Es gibt ja viele, die irgendwie in alten Zeiten hängen geblieben sind. Und dann gibt es diejenigen, die man nicht unbedingt als hängen geblieben bezeichnen kann. Die aber dennoch eine gewisse Liebe für eben jene alte Zeiten haben. Zu Letzteren gehören die fünf sympathischen Bekloppten, die mit ihrem Bandprojekt WildRider mal eben die 80er neu aufleben lassen. Wie der Name schon irgendwie suggeriert, könnte dieses musikalische Revival womöglich etwas mit „wild“ und „rider“ zu tun haben, also mit härterem Rock und äh, naja, reiten Motorradkultur und so. Also, theoretisch. Und wenn man reinhört, auch praktisch. Der Download ist übrigens kostenlos.

Zu den Gründern von WildRider zählen unter anderem ehemalige Bandmitglieder der vor einigen Jahren aktiven Metalkapellen Democrazed und Infected. Laut ihrer eigenen Beschreibung war die Bandgründung allerdings eher eine „Schnappsidee“: So gründete man die Band – um auch hier mal wieder altbewährten Standards in der Gitarrenzunft zu genügen – in volltrunkenem Zustand, um der „Liebe zum vor Sex triefenden Hard Rock der 80er Jahre“ zu fröhnen. Das mit dem Hard Rock gelingt ihnen ganz gut.

wildriderlogoZumindest das Erstlingswerk weist dann auch definitiv keinerlei Anzeichen von alkoholinduzierter geistiger oder musikalischer Abwesenheit auf – die selbstbetitelte EP Wild Rider mit den vier eingängigen, melodisch nach vorne drückenden Songs wurde hochprofessionell produziert. Das Arrangement und Mixing der Stücke wirkt ebenso durchdacht – um nicht zu sagen stilsicher – und so wird die Platte auch zum starken Geheimtipp für rocklastigere Partys. WildRider bringen eure Gäste garantiert in Bewegung. In der ganzen Mucke steckt richtig viel Herz, man kann – nein, muss – die Jungs jedem Veranstalter und jedem Label empfehlen. Gerade auch, weil bei dem Quintett jegliche Star-Allüren fehlen und nicht allein die Musik sehr bodenständig daherkommt.

Live kann man die Band übrigens auch sehen – in Bonn spielen sie an Weiberdonnerstag gemeinsam mit Hornado bei den Limes-Krach-Tagen. Wer also an Karneval noch einen Grund braucht, um  rauszugehen… hier ist er. Bisher hatte ich erst einmal das Vergnügen eines WildRider-Gigs – was aber reicht, um auch hier eine eindeutige Empfehlung auszusprechen. Die haben’s einfach drauf.

Links:

WildRider auf Facebook / bandcamp.com

Musiktipp der Woche (für Metalheads. Slamdown.)

Vergesst Arch Enemy. Hört Slamdown.

Da bei mir dieser Tage hart  Prüfungsstress angesagt und nicht wirklich Zeit da ist, einen langen Blogbeitrag zu verfassen, verteile ich zu Wochenbeginn erst einmal eine nette Musikempfehlung für Freunde des gepflegt härteren Gitarrengebolzes.

Die hiermit wärmstens empfohlene Band heißt Slamdown, kommt aus Köln und geht wohl voll durch die Decke. Unter anderem spielen sie derzeit im Vorprogramm von Arch Enemy und Drone. Da Gitarrist und Gründer Malte mit dem Schreiber dieses Blogs so ein bisschen persönlich bekannt ist, lag es natürlich nahe, die Band hier mal richtig abzufeiern. Klar, hinter jeder meiner gut gemeinten Empfehlungen steckt natürlich eine persönliche Seilschaft. Der Hintergrund ist dieser: Mit Malte habe ich tatsächlich selber lange in einer Band gespielt – wir suchten so um das Jahr 2008 herum nach einem neuen Gitarristen und er hat sich quasi auf die vakante Stelle beworben. Malte war gerade mal 16, alle anderen schon jenseits 20 und trotzdem, schon nach dem ersten Casting, nachhaltig beeindruckt von seinen Fähigkeiten an der Gitarre. Mit denen spielte er sich neben der persönlichen Sympathie direkt in die Herzen der eher nur semi-erfolgreichen Infected. Das, was folgte, war eine hübsche Zeit mit ein paar Gigs zu Lande und zu Wasser (ich zählte so um die 25, kann mich täuschen), viel Fahrerei, zwei aufgenommenen EPs und allerhand schönen und seltsamen Bekanntschaften in der Metalszene. Zu Maltes Leidwesen jedoch beschlossen Infected dann im Jahr 2011, sich aufzulösen und nur noch Musik zum privaten Spaß zu veranstalten. Unsere Leadgitarre meinte es allerdings etwas ernster mit der musikalischen Karriere, zog darauf nach Köln, fing an zu studieren und gründete mit anderen Musikern zusammen Slamdown. Nicht nur, dass sich das Ergebnis durchaus hören lassen kann, die Band scheint derzeit (für einen Newcomer) richtig erfolgreich zu sein. Was ich den Jungs wirklich gönne. Und naja, nachdem ich mir dann noch die neuen Songs von den quasi legendären Arch Enemy – bei denen sie ja als Vorband angeheuert wurden – angehört habe, bleibt zu sagen, dass ich mir da wesentlich lieber Slamdown gebe.

Läuft bei dir, Slamdown.

Fluchtschiff

Das Internet ist meistens schnell – so schnell, dass es mir schon selbst komisch vorkommt, mal über ein Erlebnis von vergangener Woche zu berichten. Allerdings ist es wirklich berichtenswert: Es geht um die beiden Flöße mit Flüchtlingsfrauen und UnterstützerInnen, die zur Zeit auf dem Weg nach Berlin sind und vergangenen Donnerstag ein Konzert in Bonn gaben.

Die ganze Aktion nennt sich Fluchtschiff und wird u.a. von dem Liedermacher Heinz Ratz und Women in Exile organisiert. Über deutsche Wasserstraßen geht es quer durch durch das Land, das Ziel der nicht unspektakulären Aktion ist am Ende Bremen – nach Stops im Ruhrgebiet, in Berlin, Kiel und Hamburg. Die Gruppe möchte mit der Tour auf den verletzlichen Flößen auf die katastrophale Situation von Frauen und Kindern auf der Flucht aufmerksam machen. Floß heißt hier wirklich Floß, es sind lediglich kleine Holznussschalen, die mit untergeschnallten Tonnen etwas zusätzlichen Auftrieb im Wasser bekommen. Jeweils acht Personen fahren pro Boot mit. In verschiedenen Städten entlang der Route legt die Gruppe an und gibt Konzerte – so eben auch in Bonn. Es war ein wirklich schönes und – gut für die Sache und Aufmerksamkeit für das Thema – ordentlich besuchtes Konzert, so fand sich in der Location am Alten Zoll direkt am Rhein schon im Vorfeld ein großes Publikum ein. Dementsprechend blieben auch sehr viele Passanten an der attraktiven Veranstaltung hängen, am Schluss war richtig viel los, es kam trotz der frühen Uhrzeit richtig Stimmung auf. Heinz Ratz selbst stand dabei mit seiner Band zwar klar im Mittelpunkt, räumte aber den Flüchtlingsfrauen viel Platz ein. Begleitet wurden sie dabei meistens von Ratz und/oder der Band. Beim Publikum kam diese Liedermacher-Ethno-Mischung ausgesprochen gut an.

Nur einen Haken gab es dann doch: Der Sound war sehr leise und die Veranstaltung musste früh enden – denn die Lärmschutzrichtlinien in Bonn scheinen kulturelle Veranstaltungen tatsächlich so langsam abzuwürgen während jeder Dorfprolet weiter mit seinem aufgebohrten GTI durch die Stadt bollern darf. So war dann für Ratz und die Flüchtlingsfrauen auch um 22 Uhr Schicht im Schacht, trotz lauter Zugabenrufe durfte es mit Verweis auf die Situation in der Stadt kein Weiterspielen geben. Das empfand ich als sehr schade – genauso wie ich es schade fand, dass kaum bis gar keine Presse (?) bei der mit geschätzt über 500 Personen gut besuchten Veranstaltung anwesend war.

Meine Begleitung und ich schauten uns dann noch die Flöße etwas näher an und durften sogar selber drauf. Denn auch das gehört zu der Aktion: Die Beteiligten – sowohl die Flüchtlinge selbst als auch das gesamte Begleitteam – sind ungeheuer freundlich und erklären interessierten Passanten gerne und geduldig ihr Projekt. Für mich als absolute Landratte war das Gefühl auf dem kleinen Boot mehr als seltsam: Sicheren Halt unter den Füßen vermisst man direkt, alles wackelt permanent und wehe es fährt mal ein Frachter vorbei… der Kontrast zu den anderen Booten auf dem Rhein hätte kaum größer sein können.

Band in Bonn: Hereditary

Es hat doch fast drei Monate gedauert, bis ich es nicht mehr ausgehalten habe. Also ging ich auf die Suche nach einer Band und wurde auch recht schnell fündig. Nachdem mein Engagement bei der Trierer Band Of Broken Blades wegen meines Umzugs nach Bonn so nicht mehr drin war, fehlte mir das aktive Rumbolzen mit dem Bass und der ganze Lärm eben wieder…

Es geht nun quasi zurück zu den Wurzeln. Das Kind kommt aus Bonn und wurde von den beiden Gründern auf den Namen Hereditary getauft. Es macht lauten, bösen, schlecht gelaunten aber doch gut hörbaren Metal. Quasi wie „damals“ bei Infected. Und – mehr Klischee kann eigentlich kaum sein – es gab bis vor kurzem noch regelmäßig Ärger mit den Nachbarn. Da jetzt der Proberaum noch einmal stärker abgedämmt wurde, müsste das Problem jetzt hoffentlich gegessen sein. Ach, was heißt schon Problem. Im Vergleich zu den Problemen von anderen Bands sind empfindliche Nachbarn eh nur Luxusproblem.

Vollständig ist die Band mittlerweile, auch wenn die Videos bisher nur Flo und Stefan zeigen und weder die zweite Gitarre, noch unseren Growler und meinen Bass enthalten. Sie sind schon etwas älter – aber zeigen dennoch, in welche Richtung der Wind hier weht. Viel Spaß damit.