Notizen: Zu Gast in Leipzig

Schon wieder ein Wochenende in Leipzig. Und es war nicht das letzte für dieses Jahr in dieser wunderbaren Stadt. Dieses Mal gab es sogar mal gutes Wetter, das natürlich für ein paar Klischeefotos genutzt werden musste.

Vor allem waren wir aber im Umland unterwegs. Genauer gesagt in Machern. Noch genauer: Unter der Erde. Bei der Stasi. Dort – in der alten Ausweichführungsstelle des Bezirks, dem „Stasi-Bunker“ – organisiert der Verein Bürgerkomitee Leipzig e.V. am jeweils letzten Wochenende eines Monats Führungen durch den imposanten Atombunker. Mein Besuchsdatum war natürlich kein Zufall, denn nach einem Rundgang über das große Außengelände liefen wir bei einer Führung mit und waren sichtlich beeindruckt. Nicht nur von der Anlage selbst, die in einem technisch wirklich bemerkenswerten Zustand ist. Sondern wir sind auch von der guten Führung und der Aufarbeitung des Vereins begeistert, der ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis eine ganz tolle und wertvolle Arbeit macht. Einen Besuch kann man also wirklich empfehlen!

Die Vorteile des Elternhauses im Ahrtal…

…liegen bei näherer Betrachtung klar auf der Hand.

Idylle und Natur pur in einem Seitental des Ahrtals.
Idylle und Natur pur in einem Seitental des Ahrtals.

Dennoch möchte ich alsbald wieder in Bonn wohnen können, nicht zuletzt, um auch dem Untertitel dieses Blogs seine Legitimation zurückzugeben. Ja, ich wohne derzeit nicht mehr in der Bundesstadt. Ein temporärer Zustand, da sich mein Leben unvermittelt dazu entschloss, mir einen bösen Streich zu spielen. Den bösesten aller Streiche. Ein Zustand, der nicht von Dauer sein soll. Definitiv nicht.

Also: Sollte also rein zufällig jemand jemanden kennen, der/die eine Wohnung abzugeben hat – vorzugsweise ab Juli oder August 1. Juni, gerne zwei Zimmer, Einbauküche mit Kusshand, gerne auch unter 400 Euro warm [Utopie, ja, aber man kann ja mal die Daumen drücken] – wäre ich um eine Kontaktvermittlung natürlich enorm dankbar. Unfassbar dankbar sogar. Ist ja in Bonn eher blöde, was Bezahlbares zu finden. Und als Referendar hat man ja auch irgendwie nicht so viel über.

Wenn ich allerdings eines nicht möchte, dann ist es, auf dem Land zu leben. Hier ist das Internet so langsam. Also los, Bonn, nimm mich zurück in deine sicher total ausgestreckten Arme!

Bahnhofsreflexionen II

Dieses Mal zum zweiten Teil meiner gewohnten RE-Fahrerei: Koblenz – Trier.

Koblenz Hautpbahnhof: Der zu kurz geratene Regionalexpress nach Trier ist jetzt schon gut gefüllt. Radtouristen, Rentner, Studis und ein paar Polizisten laufen vor- und rückwärts durch den Zug, um noch Sitzplätze ohne Nachbarn mit McDonald’s Tüte zu bekommen. Wer Erfahrung hat, weiß: Sitzen auf der in Fahrtrichtung liegend rechten Seite empfiehlt sich – hier hat man nachher seine Ruhe. Mutmaßlich wegen des hübschen Blicks auf das romantische Moseltal wird sich die linke Seite des Zuges zur Nerv-Seite mausern. Hier werden später ältere Leute mit teuren Kameras romantische Fotos durch schmutzige Fenster schießen.

Kobern-Gondorf: Erster Ort mit Doppelnamen. Schaut man aus dem Fenster, sieht man außer einem kleinen Dörfchen an der Mosel eigentlich nichts.

Treis-Karden: Zweiter Doppelname auf der Fahrt. Klingt komisch und so gucken auch die wenigen Leute, die hier meist schon in einen viel zu vollen Zug einsteigen.

Cochem: Urig, alt, weißhaarig. Zwischen amerikanischen Touristen finden sich hier auch ein paar deutsche Rentner, die den Zug verlassen. Überhaupt der einzige Unterwegshalt, an dem etwas los ist. Spektakulärer Tunnelbau hinter dem Bahnhof, irgendwo soll’s auch ein Schloss geben und die Bundesbank ließ hier während des Kalten Kriegs um die 17 Milliarden D-Mark einlagern. In einem Atombunker mitten im spießigen Wohngebiet. Eine atomare Druckwelle hätte (wie auch sonst so vieles) das enge Moseltal nicht erreicht. Und der Feind wäre schon nicht darauf gekommen, ausgerechnet hier nach der Kohle zu suchen.

Bullay: „Umweltbahnhof“ mit ein paar Solarzellen auf dem Dach. Endlich verlassen auch die Radtouristen den Zug.

Wittlich: Hier steigen stets die Polizisten aus. Warum auch immer. Der Bahnhof von Wittlich ist übrigens Etikettenschwindel – denn er liegt ein paar Kilometer entfernt vom Stadtzentrum.

Schweich: Neuester Haltepunkt der Regionalexpresslinie, wird erst seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 regelmäßig angefahren. Allerdings wissen das die Schweicher nicht: Hier steigt niemand ein oder aus. Cf. Oberwinter.

Trier Hauptbahnhof: Der Zug würgt mit einem Male alle Passagiere heraus, um sogleich wieder neue aufzunehmen. Außer irgendwelchen in Alkohol eingelegten Kegelclubs fährt fast niemand von Koblenz bis nach Saarbrücken oder gar Mannheim durch. Derweil werden die Reisenden beim Verlassen des Hauptbahnhofs vom malerisch-verträumten Bahnhofsviertel der ältesten Stadt Deutschlands begrüßt: Mediamarkt, Burger King, Puff, Army Shop und pöbelnde Jugendliche.

Bahnhofsreflexionen

Bonn – Bad Godesberg: Einstieg. Langsam verrottender Bahnhof mit wegbröckelnder Unterführung, auf die selbst Sprayer keine Lust mehr haben. Meistens steht man rum. Entweder, weil die Bonner Stadtbahn mal wieder den Anschluss verpasst, oder weil der Regionalexpress wie gewohnt über 20 Minuten verspätet ist.

Oberwinter: Niemandsland. Der Bahnsteig ist fast zu kurz für den Regionalexpress. Niemand steigt aus oder ein. Die Fahrt wäre kürzer, wenn hier kein Bahnhof wäre.

Remagen: Irgendwie wichtig. IC-Halt, Knotenpunkt, hier liegen mehr Gleise rum als im Bonner Hauptbahnhof. Von Remagen zweigt die Ahrtalbahn ab. Sie transportiert vor allem an Wochenenden Heerscharen von weißhaarigen und zumeist schlecht gelaunten Touristen in die entlegene Bergregion.

Sinzig: Kaufland.

Bad Breisig: „Verehrte Fahrgäste, leider verzögert sich unsere Weiterfahrt um einige Minuten, da uns ein verspäteter Intercity überholt.“ Spätestens an dieser Stelle reift die Erkenntnis heran, dass der Anschluss in Koblenz nicht mehr zu schaffen ist.

Andernach: Pittoresker Blick auf viele mit Stahlteilen beladene Güterwaggons.

Koblenz-Stadtmitte: Mit einem Schlag leert sich der gesamte Zug. Wer in Koblenz wohnt, arbeitet oder einkauft, steigt hier aus. Ebenso viele verwirrte Fahrgäste, die den Haltepunkt mit dem Hauptbahnhof verwechseln.

Koblenz Hauptbahnhof: Das Gegenteil von Koblenz-Stadtmitte – hierhin fährt nur, wer nicht nach Koblenz möchte. Schnelles Rennen zum Anschlusszug, der ausnahmsweise extra-pünktlich abfährt und einen alleine auf dem kältesten aller Bahnsteige zurücklässt. Trostpreis: McDonald’s, freies WiFi, Landesbibliothek.

Fernbus: Eine Erfahrung mit Flixbus

Oder: Wie ich mit Flixbus lernte, die Bahn wieder zu schätzen

Am liebsten hätte ich ja geschrieben, dass meine erste Fernbusfahrt sehr angenehm verlaufen wäre. Denn der Bahn täte Konkurrenz wahrlich gut – nicht nur wegen der Streiks, sondern auch in Anbetracht unzähliger Verspätungen. Aber leider kann ich nicht schreiben, dass meine erste Fernbusfahrt eine angenehme Erfahrung war. Das Gegenteil war der Fall. Doch fangen wir von vorne an.

Wegen meiner Prüfungen und Sprechstundentermine bin ich zur Zeit oft in Trier – traditionell mit der Bahn, was für einen Studi – obwohl ab Koblenz mit Semesterticket unterwegs – immer noch reichlich teuer ist. Die Fahrt ist zudem langwierig, um die drei Stunden ist man von Bonn aus eigentlich immer unterwegs. Da kann mir die Einrichtung einer Fernbuslinie zwischen Bonn und Trier gerade recht sein, dachte ich mir. Bedient wird diese vom Unternehmen Flixbus, das derzeit im Begriff ist, sich zu einem der größten Anbieter in Deutschland aufzuschwingen.

Zwei gute Argumente – Preis und Fahrzeit

Vor allem der Preis ist ein starkes Argument für die Linie – die Rückfahrt aus Trier habe ich einen Tag vorher gebucht, sie kostete mich 7 Euro. Das ist selbst trotz Studententicket (was im Bus ja nicht gilt) noch erheblich günstiger als die Schiene. Allein für die Fahrt nach Koblenz zahle ich für den Regionalexpress der Bahn immer noch 11,80 Euro. Zahlt man für die volle Strecke nach Trier, dann sind es bei der Bahn bereits im Regionalverkehr über 35 Euro.

Das zweite starke Argument für den Bus ist die kürzere Fahrzeit – obwohl die Verbindungen ja meist den Ruf haben, deutlich langsamer zu sein als die Bahn. Das mag im Durchschnitt korrekt sein, trifft aber auf die Relation Trier – Bonn nicht zu, denn eine schlecht ausgebaute Moselstrecke und die lange Umsteigezeit in Koblenz (+35 Minuten) bremsen die Züge hier ziemlich aus. Somit ist ist man per Flixbus mit ca. 2 Stunden Fahrzeit eine ganze Stunde schneller am Ziel. Naja, dachte ich.

Denn in Trier selbst nahm das Unheil dann seinen Lauf. Es begann damit, dass ich am späten Nachmittag eine SMS des Unternehmens bekam:

Zwei Argumente dagegen: Verspätungen und unentspanntes  Fahren

Damit war der Zeitvorteil dann schon einmal dahin. Gut, dachte ich mir, dann gehe ich eben noch einen Kaffee trinken. Das empfahl sich auch, denn die Haltestelle am Trierer Hauptbahnhof ist weder überdacht noch windgeschützt. Bei nasskaltem Wetter also kein guter Ort, um auf einen über 45 Minuten verspäteten Bus zu warten.

An der Haltestelle selbst hängt am Fahrplan ein QR-Code, über den aktuelle Informationen zur Fahrt abgerufen werden können. Das probierte ich natürlich sofort aus – und lernte dadurch, dass solche Verspätungen bei Flixbus kein Einzelfall sind:

Flixbus-Verspätungen
http://flixbus.de/aktuelle-streckeninfos, 11.11.14
http://flixbus.de/aktuelle-streckeninfos
http://flixbus.de/aktuelle-streckeninfos, 11.11.14

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem leckeren Kakao im Café Lecca direkt am Hauptbahnhof und der Rückkehr zur Haltestelle fanden sich dann gegen 8 Uhr die ersten genervten Fahrgäste ein, darunter viele, die zum ersten Mal in einen Fernbus steigen sollten. Ein Paar aus Solingen war dabei regelrecht verzweifelt, denn die beiden würden aufgrund der Verspätung in Düsseldorf keinen Anschluss mehr bekommen. Sie rechneten bereits, was das Taxi kosten würde.

Schließlich kam dann auch unser Bus – nach kurzem Check des Tickets (man kann dem Fahrer einfach die Email des Unternehmens auf dem Smartphone zeigen) stiegen wir ein. Nach ein paar Minuten waren die Koffer alle eingeräumt, die Fahrgäste hatten es sich gemütlich gemacht, der Motor lief, unser Busfahrer saß vorne – und fuhr nicht los. So ging das 10, 20, 30 Minuten… bis ich aus Neugier nach vorne ging und höflich fragte, warum sich denn unsere Weiterfahrt noch einmal verzögerte. Der nette Fahrer zeigte daraufhin auf die Uhr und erklärte mir schulterzuckend, dass er seine Pflichtpause machen muss und erst in drei Minuten losfahren darf. Dafür kann der Mann natürlich nichts – aber ich finde es mindestens interessant, dass Flixbus die Fahrpläne wohl sehr, sehr eng taktet. Zu eng für gesetzlich vorgeschriebene Pausen und erst recht für andere Verspätungen.

Mit mittlerweile über 60 Minuten Verspätung ging es dann endlich los, raus aus Trier, rauf auf die Autobahn. Der Bus entpuppte sich dabei als leise und komfortabel – aber nur, weil er nicht mal zur Hälfte besetzt war und so alle Fahrgäste zwei Sitzplätze zur Verfügung hatten. So konnte man sich breit machen und entspannt dem Ziel entgegenschaukeln. Bei einem voll besetzten Bus wären die engen Sitze dagegen deutlich mehr zu spüren.

Deutlich zu spüren war dann später der ruppige Fahrstil des Fahrers. Vor allem auf einem kurzen Landstraßenabschnitt bei Mayen, bei dem eine seit Wochen bestehende Umleitung vermutlich für Verwirrung sorgte, reihten sich einige scharfe Bremsungen und sportliches in-die-Kurve-legen aneinander. So sehr, dass manche Taschen von den Sitzen flogen. Auch sonst war der Bus spürbar zügig unterwegs. Vermutlich müssen sich die Passagiere während der Fahrt auch anschnallen – was  aber niemand tat, denn eine entsprechende Ansage des Fahrers gab es nicht. Es wäre auch schwergefallen, denn zumindest mein Gurt zog mich so feste an den Sitz, dass mir das unangenehm war. Zu lockern war er auch nicht mehr, sodass ich ihn umgehend wieder löste.

„Fernbusbahnhof“ – ein schlechter Witz

„Entspannt“ war die Fahrt also nicht gerade und wir erreichten Bonn trotz des rasanten Fahrstils erst um 22.30 Uhr – also immer noch eine gute Stunde zu spät. Die einmal entstandene Verspätung wieder einzuholen lässt der Flixbus-Fahrplan also nicht zu.

Was mich dann in Bonn erwartete, sollte auch nicht gerade ein Anblick der Freude sein. Der Bonner „Fernbusbahnhof“ verdient seinen Namen nicht wirklich – über einen unbeleuchteten und nicht ausgeschilderten Weg, der über düstere Parkplätze und Fahrradwege an den Schienen entlang führt, muss man sich dann noch die 800 Meter lange Route zum Bonner Hauptbahnhof suchen. Zuhause war ich schlussendlich nach 23:00 Uhr. Eine Fahrt mit der Bahn wäre schneller und entspannter gewesen – vermutlich auch bei einer Verspätung. Mein Experiment „Fernbus“ wird sich wohl in absehbarer Zeit nicht wiederholen.

Neues Farbschema bei DB-Regio

Nach vielen Jahren durchgehend knallroter Züge präsentiert sich die Bahn in ungewohnter Weise: Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 bekommen viele Regionalexpress-Züge neben neuen Fahrzeugen auch ein neues Farbschema. Das alte Verkehrsrot spielt dann häufig nur noch die Nebenrolle, stattdessen werden beispielsweise die neuen Züge auf der Strecke Koblenz-Saarbrücken fast vollständig in silbergrau lackiert. Laut der Infoseite des Rheinland-Pfalz Takts besteht das neue Farbkonzept des Nahverkehrs aus „farbigen Dreiecken in der Unternehmensfarbe des jeweils betreibenden Eisenbahnunternehmens.“ Allerdings betreffen diese Änderungen wohl ausschließlich den Rheinland-Pfalz Takt und alle damit verbundenen Linien (z.B. auch die Ahrtalbahn von Bonn nach Ahrbrück und die Eifelstrecke Köln-Trier). Jedes Bundesland kocht in puncto Design in Zukunft sein eigenes Süppchen.

Als ich dann gestern am Trierer Hauptbahnhof auf meinen Zug wartete, präsentierte sich dieses neue Design auch prompt:

Neues Farbschema bei DB-Regio Südwest

Neues Farbschema DB-Regio

Sehenswert: Die Brücke [update]

Bühne und Zuschauerraum vor der Aufführung
Bühne und Zuschauerraum vor der Aufführung

In der letzten Woche stand Theater auf dem Programm. In Erpel am Rhein, eine Viertelstunde von Bonn entfernt, bekannter Stoff: „Die Brücke von Remagen“ – die Thematik müsste den meisten noch als amerikanische Nachkriegsverfilmung geläufig sein. Dabei bietet die Inszenierung der Romanvorlage von Rolf Palm ein kleines Feature, was sonst auf kaum einer offiziellen Bühne machbar ist: Sie findet am – oder besser gesagt: im – Originalschauplatz statt. Denn Bühne und Zuschauerraum befinden sich mitten in dem alten Eisenbahntunnel, von wo aus die damalige Rheinbrücke gegen die schnell vorstoßenden amerikanischen Verbände verteidigt werden sollte. Deswegen und wegen nicht zuletzt vieler positiver Empfehlungen hatte ich dann auch entsprechend hohe Erwartungen an das Stück.

Und die wurden beileibe nicht enttäuscht. Schon der Beginn reißt das Publikum mit – erkennbar daran, dass der ganze Zuschauerraum im Tunnel von einer Sekunde auf die nächste totenstill wird: Ein amerikanischer Soldat mit deutscher Abstammung („Zimmermann“) stellt sich vor die ZuschauerInnen, der Schweinwerferspot liegt nur auf ihm. Er berichtet mir ruhiger, aber fester Stimme über die Vorgeschichte der Erstürmung, wie seine Truppen in Kontakt mit der Zivilbevölkerung der umliegenden Dörfer kamen. Die schauspielerische Leistung des mir unbekannten Darstellers ist hochprofessionell, vermag er seine Rolle dermaßen glaubhaft und authentisch zu spielen, dass nach seinem kleinen Solostück erst einmal Applaus aufbrandet. Die spektakuläre Akustik des Tunnels unterstützt zudem die Stimme der DarstellerInnen – später werden dadurch auch bestimmte Szenen stark aufgeheizt. Beispielsweise, wenn sich einzelne Protagonisten gegenseitig anbrüllen. Verstärkt durch den Tunnel fliegen dann den ZuschauerInnen bei Streitereien auf der Bühne fast die Ohren weg – ebenso bei den eingespielten Einsturzgeräuschen der Brücke am Schluss des Stücks.

So spielt der Originalschauplatz auch selbst seine eigene Rolle in diesem Stück. Alle DarstellerInnen können sich zudem wirklich auf die Schulter klopfen, das Stück ist absolut erstklassig besetzt. Obgleich es mit grob 90 Minuten zwar eher kurz daherkommt, wird dem Publikum zu keinem Zeitpunkt langweilig – dabei geht es ja eigentlich nur um die banale Erstürmung einer einzigen Brücke. Aber die Struktur, die exzellenten DarstellerInnen und die unterschiedlichen Perspektiven, derer sich die Inszenierung bedient, machen „Die Brücke“ wirklich sehenswert.

Bedenkt man dann noch, dass die ganze Chose „nur“ von einem Verein getragen wird, dann ist das wirklich eine Leistung. Ebenso die ganze Organisation „drumherum“ und die Versorgung mit kleinen Snacks und Getränken, die vor dem Stück angeboten werden. Chapeau, ad Erpelle.

Karten gibt es hier, das Stück läuft bis zum 14.09. – also noch diese Woche.

 

#update 10.09.2014:

In einer ersten Version des Beitrags wurde der gleichnamige Roman von Gregor Dorfmeister als Vorlage angegeben. Das ist allerdings falsch: Tatsächlich war es „Die Brücke von Remagen“ von Rolf Palm.