Geheimhaltung vs. Geschichtsschreibung (Tipp)

Geheimes DeutschlandSeit der NSA-Affäre und der zunehmenden Aufmerksamkeit gegenüber dem Treiben der Geheimdienste ist das Thema in aller Munde: Es fragen sich immer mehr Menschen, was eigentlich noch alles an die Öffentlichkeit gelangen wird – und vor allem: was derzeit noch verschlossen bleibt.

Dieser Umstand lässt sich mittlerweile nicht mehr nur aus der Perspektive der von einzelnen Menschen veröffentlichten Leaks betrachten, sondern man kann sich auch wissenschaftlich die Frage stellen, was wir eigentlich alles nicht wissen.

Muss nicht gar ein erheblicher Teil deutscher Nachkriegsgeschichte umgeschrieben werden, wenn man die kilometerlangen geheimen Aktenbestände in deutschen Archiven gründlich auswertet? Auch und gerade im Hinblick auf Geheimdienste, NSA und Massenüberwachung? Und wie lässt sich eine geheime Staatsgeschichte im Hinblick auf eine äußerst fragmentarische Archivlandschaft und mauernde Behörden aufarbeiten? Wie sieht die Bestandslage aus, was erwartet die Öffentlichkeit bei der Öffnung solcher Archive?

Licht ins Dunkel zu bringen versucht die Veranstaltung „Geheimes Deutschland: Geheimhaltung vs. Geschichtsschreibung“ im Museum der Dokumentationsstätte Regierungsbunker in Ahrweiler, die für den 22. November namhafte und mit dem Thema befasste Historiker zu Vorträgen und einer Podiumsdiskussion eingeladen hat. Dabei sein werden:

Prof. Dr. Jost Düllfer (Köln), Mitglied der Unabhängigen Historikerkommission (UHK) zur Aufarbeitung der BND-Geschichte;

Dr. Michael Hollmann (Koblenz), Historiker und Präsident des Bundesarchivs, VS-ermächtigt – hat also Einsicht in geheime Akten;

Prof. Dr. Josef Foschepoth (Freiburg), Historiker, der im Kanzleramt die – noch heute gültigen und die NSA-Überwachung bedingenden – Geheimverträge der Bundesregierung mit den Alliierten auswertete. Übrigens noch bevor Edward Snowden seine Schlussfolgerungen bestätigte.

Für den Erfolg der Veranstaltung brauchen wir ein nicht nur zahlreich erscheinendes, sondern auch fragefreudiges Publikum. Denn eine solche Runde lebt vom öffentlichen Interesse an ihr – zumal es gerade durch die Geschehnisse nach den Snowden-Veröffentlichungen und den merkwürdigen Reaktionen der Bundesregierung viele offene Fragen gibt. Mehr Informationen gibt es hier, um Voranmeldung wird wegen der begrenzten Platzkapazität gebeten.

Von Bonn Hbf fährt eine Regionalbahn im Stundentakt zur Haltestelle Walporzheim, die Fahrzeit beträgt 40 Minuten. Der Fußweg zum Museum beträgt dann etwas mehr als einen Kilometer:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.