Irgendwie nicht gestrandet: Gojira

Gojira. Hat auch was mit Godzilla zu tun. Ist, um es genau zu sagen, der japanische (Original-) Name für die berühmteste radioaktive Echse des kontemporären SciFi-Geschehens. Aber dieser vergleichsweise kurze Beitrag ist nicht dazu angelegt, um Echsen zu diskutieren. Sondern Musik. Gute Musik. Ehrlich, harte, bittere, authentisch aus jeder Pore herausgeschwitzte, der eigenen Emotion viel abverlangende Musik. Musik, die mir schon mal Gänsehaut bereitet. Die Band nennt sich wie die erwähnte Echse, Gojira, irgendwie französisch ausgesprochen, [Go⁠ʒ⁠irá], oder so; jedenfalls sind die vier Franzosen in der Lage, mit ihrem Sound mein Gehirn und das, was ich mir als Herz einbilde, in nicht unerheblichem Maße in Schwingung zu versetzen. Das schon recht lange, ich lernte sie einst, im Jahr 2007, als Vorband der legendären In Flames im Kölner Palladium kennen. Als schlecht für die ruhmreiche Hauptband stellte sich bei besagtem Konzert allerdings heraus, dass diese nach dem phänomenalen Abriss ihrer Einheizer nur noch einen eher farblosen Eindruck hinterließ. Im Metal jetzt auch kein Drama, nur liebe ich seitdem eben diese Franzosen, im Grunde viel mehr als die Schweden; Gojira, diese irren Öko-Aktivisten mit ihren starken Texten. Und diese Liebe kommt nicht allein dadurch, weil sie durch letztere schon fast eine Alleinstellung im Genre innehaben. Gojira waren mein Einstieg in das gesamte Progressive-Œu­v­re, sie öffneten mir die Tür zu einer Musik, zu der ich bis heute regelmäßig zurückkehre. Oder besser gesagt, die, wie in diesem Fall, zu mir zurückkehrt. Denn man hat seitens der Echsenmenschen ein neues Album aufgenommen – erschienen ist noch nicht, gleichwohl gibt es nun die erste Single auf die Ohren. Meine Helden aus dem Jahr 2007, wegen derer ich heute an diesen verschwitzten Abend zurückdenke, sind wieder da. Und sie sind ganz stark. Der Titel Stranded vermag nicht nur zu beeindrucken, er jagt Gänsehaut ein. Das Stichwort heißt Authentizität, den Jungs nimmt man einfach jede Regung ihrer durch die Musik transzendierenden Wut ab. Alles, was hier in puncto Gefühl, Emotion, Herz und Empfindsamkeit (ja!) transportiert wird, hämmern die Gitarrenwände konsequent und direkt auf den Nervus vestibulocochlearis. Mit dem Presslufthammer. Kein Wunder, dass das gesamte zentrale Nervensystem mitschwingt. Gänsehaut – wenn man dieses Stück richtig laut hört. Was konsequent empfohlen wird und vor der zu erwartenden Gema-Sperre dringend getan werden sollte.

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