Kopenhagen im Herbst

Kaum ist man mal da, ist man auch schon wieder weg. Natürlich nie lange, denn die eigene Geldbörse gibt als Noch-Referendar leider nicht furchtbar viel her (und kaputt gehen darf sowieso nichts).

Dieses Mal jedenfalls musste es Kopenhagen sein. Endlich Skandinavien. Und die dänische Hauptstadt hat tatsächlich viel zu bieten. Da ich noch sehr von Eindrücken überflutet bin, reiße ich diese jeweils nur kurz an. Kopenhagen bot uns auf diesem viertägigen Kurztripp

  • hervorragende Free Tours, die für uns bei diesem Trip der Einstieg waren. Die durch Trinkgelder bezahlten Guides machen ihren Job hervorragend und kriegen die für den ersten Eindruck so wichtige Mischung zwischen Oberfläche und Tiefe genau hin. So eine Tour dauert circa zwei bis zweieinhalb Stunden, also Zeit mitnehmen!
  • Architektur und Stadtplanung, ganz vorne die Schlösser, Parks und das frei zugängliche Parlamentsgebäude mit seinem hohen Aussichtsturm (Christiansborg). Auch das sehr gut ausgebaute Radwegenetz sollte für Mutige einen Versuch wert sein. Mut ist allerdings auch erforderlich, denn das Durchschnittstempo schien mir mitunter recht hoch. Wer dagegen nicht Rad fahren möchte und sich auch nicht in die Busse traut, ist zu Fuß ebenfalls ganz gut unterwegs. Die gesamte Innenstadt und auch der Hafenbereich ist recht gut zu erlaufen.
  • Kultur, zum Beispiel günstigen Eintritt ins Theater und die Oper, aber auch jede Menge Programm in Bars und Clubs. Und nicht zuletzt sollten die lustigen Pub Crawls erwähnt werden, bei denen man unterhaltsame, zumeist ebenfalls reisende Zeitgenossen kennenlernen kann.
  • Kunst, vor allem jede Menge Streetart und viele Gallerien.
  • ein nett durchgeknalltes alternatives Viertel: Christiania, super, um dem Lärm der Großstadt zu entfliehen und fast so etwas wie Landleben inmitten der Urbanität zu entdecken. Downside: üppiger Drogenhandel und Fotografieverbot, da einem die Dealer oder Hippies oder wer auch immer die Kamera zertreten würden. Das ist dann eher unschön. Wir haben uns trotzdem reingetraut, die Kameras und Smartphones in der Tasche gelassen und es nicht bereut.
  • ziemlich gutes Essen: bei Hauptspeisen gabs weniger traditionelle dänische Küche, sondern eher postmodernen Hipsterkram wie zum Beispiel auf der Papirøen, wo man eher so etwas wie die Street Food Märkte in Camden Town vorfindet – ziemlich cool und sehr lecker, wie ich finde.
  • ziemlich gutes Essen Pt. 2: Was die Dänen auch gut können, sind Nachtische, Kuchen, Pasteten und Teilchen… unbedingt mal entspannt Kaffee trinken, lohnt sich!
  • die Möglichkeit, einfach mal nach Schweden rüberzufahren: Mit Malmö findet man auf der anderen Seite der Ostsee, in Schweden, eine ihrem Image um einiges überlegene Stadt. Sauber, aufgeräumt, mit dem Chique einer Altstadt, aber auch wesentlich übersichtlicher und weniger von Touristen geflutet als Kopenhagen. Es gibt hier ein paar schöne Cafés, ein spannendes Technikmuseum und einen herrlich einsamen Strand (Ribergborgsstranden). Über den Öresund braucht man auf dem Hinweg aus der Innenstadt etwas über 50 Minuten, was aber nur an den Ausweiskontrollen am Bahnhof liegt. Der kontrollfreie Rückweg ist mit 30 Minuten deutlich zügiger und umsteigefrei.
  • ein leeres Konto: Ja, wie irgendwie alles in Skandinavien ist Kopenhagen (und auch Malmö) extrem teuer. Wer die britische Insel für kostspielig hält, wird hier ganz neue Dimensionen des Geldausgebens entdecken. Zusätzlich erschwert wird das durch den ungünstigen Wechselkurs, so wollte mir das Umrechnen in Euro bis zum Schluss nicht intuitiv gelingen. In diesem Zusammenhang auch erwähnenswert: In Dänemark schrieb ich wegen des Portos die teuersten Postkarten meines Lebens. Wer also zu den wenigen Leuten gehört, die eine von mir bekommen: Eure Freundschaft ist mir sprichwörtlich viel wert :p
  • Wind: Da wir die geniale Idee hatten, im Herbst rüberzumachen, war es natürlich nicht nur ziemlich kalt, sondern auch verdammt windig. Darauf waren wir zum Glück einigermaßen vorbereitet. Diese Erfahrung verbuche ich dennoch unter der Kategorie „interessant“.

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