Sivert Høyem – Musik zum Welt weg träumen

Ein bisschen Musik muss auch einmal wieder sein. Denn heute morgen wurde ich bei der morgendlichen Smartphone-Lektüre auf Twitter auf diesen Beitrag bei Betreutes Proggen aufmerksam. Und ich freute mich, dass ein Bonner Blog einen Musiker vorstellt, dessen Werk ich schon ziemlich lange verfolge. Wobei man einschränken muss, dass es bei dem vorgestellten Künstler eigentlich gar nicht um Prog oder Progressive geht – denn Sivert Høyem, Ex-Sänger von Madrugada, einer begnadeten, leider nicht mehr existierenden Indie-Band aus Norwegen (ja, man kann über norwegische Musik reden, ohne von Black Metal zu sprechen), schließt mit seinem Soloprojekt im Prinzip an Madrugada an. Also solide Rockmusik mit klaren, einfachen Song-Strukturen – auch wenn die Stücke schon mal was länger sein können. Und obgleich seine Alben gefühlt eine Spur ruhiger und verträumter daherkommen, die gute Würzung mit Schwarzromantik und Melancholie entspricht dann auch in etwa dem, was man von seiner großartigen Band kennt. Und das kreiert in Kombination mit Høyems sonorer, unvergesslicher Stimme einen Sound zum Abgleiten in düstere Welten schaurig-schöner Tagträume. Vielleicht auch nur schöne. Denn wie kaum ein anderer Künstler schafft er es, den dunkleren Stimmungslagen des Lebens textlich und musikalisch ein Maximum an Ästhetik zu entlocken – ganz toller Anspieltipp also für all jene, die sich beispielsweise an Lana del Rey und anderen Vertretern des gepflegten Weltschmerzes im Radio erfreuen. Das neue Album Lioness erschien soeben und wurde von mir natürlich sofort bestellt. Die erste Auskopplung Sleepwalking Man jedenfalls klingt schon wirklich… schön. Einfach nur schön. Schade, dass die deutschen Radiosender den norwegischen Star noch nicht entdeckt haben.

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