Cookie-Benachrichtigungen loswerden: How to.

Wer kenn sie nicht – die Landplage des europäische Internets: Cookie-Benachrichtigungen, gerne als große, die Seite überlagendere Popups oder irgendwelche Dinger am oberen oder unteren Rand, die Platz wegnehmen und schon mal zu versehentlichen Klicks auf juristisch verklausulierte Seiten führen. In die Welt gesetzt durch eine vermeintlich den Datenschutz verbessernde EU-Richtlinie (genauer: die hier, PDF) tauchen sie in immer aufdringlicherer Form auf. Dabei ist der Hinweis an sich eigentlich banal. Ja, Tatsache, Webseiten nutzen Cookies. Also kleine Textdateien, die lokal im Cache des Browsers gespeichert werden, um irgendwas aufzuzeichnen. Das passiert schon in dem Moment, in dem ich als Seitenbetreiber wissen möchte, wie viele Besucher ich am Tag habe und mir dann zum Beispiel eine Software wie Piwik auf den Server spiele, die mitzählt. So weit, so normal. Cookies können natürlich ein massives Datenschutzproblem bedeuten, vor allem von irgendwelchen dubiosen Drittanbietern oder von Facebook, das immer auch gerne wissen möchte, welche anderen Seiten man so besucht. Aber: Ein Hinweis auf die Verwendung von Cookies wird keinen kommerziellen Seitenbetreiber davon abhalten, diese weiter zu verwenden. Dafür ist das Interesse an der simplen Technik zu vital. Stattdessen nerven nun diese richtlinienkonformen Pop-ups auf jeder zweiten Internetseite und bestrafen ausgerechnet datenschutz-affine User: Nämlich jene, die regelmäßig ihren Browser-Cache löschen (z.B. automatisch beim Schließen), werden bei wirklich jedem Besuch einer Seite damit zugeschmissen, weil die Cookies, die sich ja eigentlich merken sollten, dass man den Cookies zugestimmt hat, wieder weg sind. EU-Recht galore.

Die Lösung ist erstaunlich simpel. Ein Twitter-User half mir hier dankenswerterweise weiter, denn ich stand so auf dem Schlauch, dass mir diese Möglichkeit gar nicht in den Sinn kam: Lediglich ein Adblocker (o.ä.) ist vonnöten. Den hat ja in der Regel jede_r als Browser-Plugin oder gar über die Sperrliste des Routers aktiviert. Also geht man, sofern man des Plugins habhaft wurde, direkt auf prebake.eu und fügt diese Liste den Standard-Listen von Adblock oder einer anderen Content-Sperre hinzu. Mehr ist nicht zu machen, danach sieht man die Meldungen nicht mehr. Im Prinzip behandelt Adblock unsere Cookie-Hinweise nun wie Werbeeinblendungen: Sie werden blockiert. Und unser schönes Internet damit wieder ein Stück lebenswerter. Hach.

(Und man kann jetzt mit Cookies wieder ganz normal umgehen: Sie regelmäßig/automatisch löschen.)

Und achso: Ob und wie diese Richtlinie wirklich für deutsche Seitenbetreiber trotz des Fehlens eines entsprechendem deutschen Gesetzes gilt, ist gar nicht mal so klar.

Neue Facebook AGB und wie man sich (ein bisschen) wehren kann

Es ist so weit: Ab heute bedeutet jeder Facebook-Login automatisch die stillschweigende Zustimmung zu den überarbeiteten Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens. Diese neuen Facebook AGB lassen sich auch gut als Allgemeine Spionagebedingungen umschreiben – ich persönlich finde es wenig sexy, wenn Facebook nun auch wissen möchte, auf welchen Seiten ich sonst so rumhänge und wo ich mich gerade aufhalte. Schenkt man dem allgemeinen Tenor in den Medien Glauben, dann ist dagegen kein Kraut gewachsen – außer eben der Löschung des eigenen Profils. Das kommt für viele – auch aus beruflichen Gründen – schlicht nicht in Frage und so sieht es so aus, als ob Spiegel Online, Tagesschau & Co den Eindruck einer digitalen Chancenlosigkeit erwecken möchten. (Weil viele Nachrichtenseiten selber tracken wie die Weltmeister?)

Und ich sage nein. Das stimmt nicht. Jedenfalls nicht ganz. Man kann sich (zumindest ein bisschen) wehren. Und das geht zum Beispiel so:

Smartphone: Fb-App löschen und über den Browser online gehen

Bei manch älterem Android-Phone lassen nachträglich die Berechtigungen editieren – hier muss bei Facebook der Zugriff auf’s GPS-Modul untersagt werden.

Für alle Anderen gilt: Wer nicht auf die Fb-Benachrichtigungen angewiesen ist und / oder ein akutelles Androidsystem benutzt, sollte die App komplett deinstallieren. Um Missverständnissen vorzubeugen: Damit löscht man nicht sein Profil. Auch bleibt das Netzwerk auf dem Handy erreichbar – über Browser wie Firefox, Chrome oder Opera ruft man die mobile Seite m.facebook.com auf, loggt sich ein und schon sieht alles wie gewohnt aus. Die mobile Webseite hat sogar einen regelrechten Vorteil: Im Gegensatz zur App lassen sich auch die Nachrichten aufrufen, ganz ohne den lästigen Messenger. Nach dem Besuch des Netzwerks sollte nur der Cache des Browsers gelöscht werden, um Facebook das Mitlesen anderer Webseiten zu vermasseln.

Wer die Benachrichtungen unbedingt braucht, sollte die Fb-Alerts via Email einrichten. Dann kommen die Infos über neue Nachrichten oder Likes eben im Postfach an – was die Meisten mutmaßlich auch auf dem Handy haben. Man ist auf jeden Fall nicht gezwungen, die App zu behalten.

Von Apple-Geräten habe ich leider keine Ahnung ;) Die Variante mit dem Browser müsste aber auch hier funktionieren.

Auf dem PC gibt es mehr Möglichkeiten

Beim eigenen PC lohnt sich ein Blick in die Datenschutz-Einstellungen des benutzten Browsers. Diese müssen so konfiguriert sein, dass Cookies nach jeder Sitzung gelöscht werden und Drittanbieter-Cookies komplett untersagt sind. Das hat natürlich zur Folge, dass man sich bei jedem Start des Browsers überall neu einloggen muss – m.E. ist das aber durchaus verkraftbar.

Schritt 2 besteht dann darin, das Ganze noch mit drei Erweiterungen zu garnieren. Eines gehört ja eh schon zum guten Ton: Ein Werbeblocker ist ganz nebenbei auch immer ein guter (Zusatz-) Virenschutz und gehört einfach zu jeder vernünftigen Browserinstallation dazu (sorry liebe Werbewirtschaft, das bist du selbst Schuld). Für Firefox, Chrome und Opera gibt’s dafür Adblock Plus. Dann lädt man sich noch die Erweiterung Ghostery – diese gibt es ebenfalls für alle drei Browser – oder wahlweise einen anderen Trackingblocker wie z.B. Disconnect. Ghostery bzw. Disconnect unterbindet die Verfolgung und das Mitlesen anderer besuchter Webseiten und ist ein weiterer Dorn im Auge der neugierigen großen Werbenetzwerke. Und natürlich von Facebook.

Der Bequemlichkeit halber sollte dann noch eine Erweiterung zur schnellen Cache-Löschung mit einem Klick installiert werden – dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, einfach mal recherchieren. Für Opera empfiehlt sich zum Beispiel SimpleClear – nach dem Facebook-Logout dann einmal klicken und schon sind alle Cookies und Tracker weg.

Eine Komplettlösung ist das natürlich nicht, aber zumindest seinen Account muss man nicht löschen. Anspruch auf Richtigkeit erhebe ich übrigens nicht – das Geschriebene basiert auf meinem eigenen wunderbaren Halbwissen und auf der Annahme, dass Facebook seine Nutzer über Cookies und Tracking-Skripte verfolgen möchte. Sollte es dazu Anmerkungen und Kritik geben: Immer her damit. Je mehr Wissen über die Methoden des Netzwerks im Netz steht, desto besser.