Neue Facebook AGB und wie man sich (ein bisschen) wehren kann

Es ist so weit: Ab heute bedeutet jeder Facebook-Login automatisch die stillschweigende Zustimmung zu den überarbeiteten Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens. Diese neuen Facebook AGB lassen sich auch gut als Allgemeine Spionagebedingungen umschreiben – ich persönlich finde es wenig sexy, wenn Facebook nun auch wissen möchte, auf welchen Seiten ich sonst so rumhänge und wo ich mich gerade aufhalte. Schenkt man dem allgemeinen Tenor in den Medien Glauben, dann ist dagegen kein Kraut gewachsen – außer eben der Löschung des eigenen Profils. Das kommt für viele – auch aus beruflichen Gründen – schlicht nicht in Frage und so sieht es so aus, als ob Spiegel Online, Tagesschau & Co den Eindruck einer digitalen Chancenlosigkeit erwecken möchten. (Weil viele Nachrichtenseiten selber tracken wie die Weltmeister?)

Und ich sage nein. Das stimmt nicht. Jedenfalls nicht ganz. Man kann sich (zumindest ein bisschen) wehren. Und das geht zum Beispiel so:

Smartphone: Fb-App löschen und über den Browser online gehen

Bei manch älterem Android-Phone lassen nachträglich die Berechtigungen editieren – hier muss bei Facebook der Zugriff auf’s GPS-Modul untersagt werden.

Für alle Anderen gilt: Wer nicht auf die Fb-Benachrichtigungen angewiesen ist und / oder ein akutelles Androidsystem benutzt, sollte die App komplett deinstallieren. Um Missverständnissen vorzubeugen: Damit löscht man nicht sein Profil. Auch bleibt das Netzwerk auf dem Handy erreichbar – über Browser wie Firefox, Chrome oder Opera ruft man die mobile Seite m.facebook.com auf, loggt sich ein und schon sieht alles wie gewohnt aus. Die mobile Webseite hat sogar einen regelrechten Vorteil: Im Gegensatz zur App lassen sich auch die Nachrichten aufrufen, ganz ohne den lästigen Messenger. Nach dem Besuch des Netzwerks sollte nur der Cache des Browsers gelöscht werden, um Facebook das Mitlesen anderer Webseiten zu vermasseln.

Wer die Benachrichtungen unbedingt braucht, sollte die Fb-Alerts via Email einrichten. Dann kommen die Infos über neue Nachrichten oder Likes eben im Postfach an – was die Meisten mutmaßlich auch auf dem Handy haben. Man ist auf jeden Fall nicht gezwungen, die App zu behalten.

Von Apple-Geräten habe ich leider keine Ahnung ;) Die Variante mit dem Browser müsste aber auch hier funktionieren.

Auf dem PC gibt es mehr Möglichkeiten

Beim eigenen PC lohnt sich ein Blick in die Datenschutz-Einstellungen des benutzten Browsers. Diese müssen so konfiguriert sein, dass Cookies nach jeder Sitzung gelöscht werden und Drittanbieter-Cookies komplett untersagt sind. Das hat natürlich zur Folge, dass man sich bei jedem Start des Browsers überall neu einloggen muss – m.E. ist das aber durchaus verkraftbar.

Schritt 2 besteht dann darin, das Ganze noch mit drei Erweiterungen zu garnieren. Eines gehört ja eh schon zum guten Ton: Ein Werbeblocker ist ganz nebenbei auch immer ein guter (Zusatz-) Virenschutz und gehört einfach zu jeder vernünftigen Browserinstallation dazu (sorry liebe Werbewirtschaft, das bist du selbst Schuld). Für Firefox, Chrome und Opera gibt’s dafür Adblock Plus. Dann lädt man sich noch die Erweiterung Ghostery – diese gibt es ebenfalls für alle drei Browser – oder wahlweise einen anderen Trackingblocker wie z.B. Disconnect. Ghostery bzw. Disconnect unterbindet die Verfolgung und das Mitlesen anderer besuchter Webseiten und ist ein weiterer Dorn im Auge der neugierigen großen Werbenetzwerke. Und natürlich von Facebook.

Der Bequemlichkeit halber sollte dann noch eine Erweiterung zur schnellen Cache-Löschung mit einem Klick installiert werden – dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, einfach mal recherchieren. Für Opera empfiehlt sich zum Beispiel SimpleClear – nach dem Facebook-Logout dann einmal klicken und schon sind alle Cookies und Tracker weg.

Eine Komplettlösung ist das natürlich nicht, aber zumindest seinen Account muss man nicht löschen. Anspruch auf Richtigkeit erhebe ich übrigens nicht – das Geschriebene basiert auf meinem eigenen wunderbaren Halbwissen und auf der Annahme, dass Facebook seine Nutzer über Cookies und Tracking-Skripte verfolgen möchte. Sollte es dazu Anmerkungen und Kritik geben: Immer her damit. Je mehr Wissen über die Methoden des Netzwerks im Netz steht, desto besser.