#zuvielzutun

Es gibt diese Tage Wochen, in denen sich die anstehende Arbeit nicht nur physisch auf dem Schreibtisch stapelt, sondern auch in Form geöffneter Browsertabs und laufender Programme in der Taskleiste schlicht unübersehbar ist. Da hilft nur stückweises Durchwursten, Nerven behalten, Kaffee trinken. Klar, dass dann für den eigenen Blog auch mal weniger bei rumspringt, wenn man 100 Millionen andere Dinge – allen voran anstehende Abschlussprüfungen – im Kopf hat.

Allerdings habe ich mich relativ direkt nach dem, äh, Erschaffen dieses Blogs dazu entschlossen, bei den Bonner IronBloggern Mitglied zu werden. Und diese Gemeinschaft ist nun sozusagen Schuld daran, dass ich trotz der vielen Arbeit etwas schreibe, denn es gibt so eine Art Schreibzwang. Meine Idee ‚damals‘ war, dass ich dieses Blog nicht versauern lassen wollte, auch um mir selber ein bisschen Druck aufzubauen. Und wie man sieht, funktioniert es. Also schreibe ich nun konsequent über das Prinzip IronBlogging – wie es funktioniert und was es bringt. Naheliegend.

Ironblogger stehen für eine Schreibzwang-Bloggergemeinschaft in einer bestimmten Stadt – in diesem Fall eben für Bonn. Gibt’s aber auch woanders, derzeit sind neben Bonn eine ganze Menge anderer Städte und Regionen vertreten: BerlinBodenseeBraunschweigFranken — Hamburg — Hameln — KarlsruheKiel — KölnLeipzigMünchen — Münster —OWL — RuhrStuttgart. Ist eure Stadt oder Gegend nicht dabei, dann könnt ihr auch selber eine IronBlogger-Gruppe eröffnen.

Diese Gemeinschaften gibt es also in vielen Städten und basieren eigentlich auf einem ganz einfachen Prinzip: Jeder, der einmal pro Woche etwas schreibt, kann sich eintragen lassen – die eigenen Beiträge erscheinen dann auch auf der IB-Seite. Wer sich mal nicht an diese goldene Regel hält, fliegt allerdings nicht raus. Der ‚Zwang‘ kommt von woanders: Denn die kleinen Ausrutscher und nicht geschriebenen, vergessenen Beiträge finanzieren das regelmäßige Gemeinschaftserlebnis der Ironblogger – so feiert man diese in Form eines dekadent opulenten Gelages. Das funktioniert, weil jeder ‚Nicht-Beitrag‘ den ‚Nicht-Postenden‘ pro Woche fünf Euro kostet – was nicht die Welt ist, aber eben für das zu feiernde Gelage zu durchaus stattlichen Summen führen kann, wenn entsprechend viele Blogger mitmachen und manch einer schon mal schludert. Die Kohle trägt dann bei eben jenem Gelage einen Teil der Rechnung. Wer also fleißig und regelmäßig bloggt, bekommt hier ein gutes Essen, ziemlich viele Getränke und heitere MitbloggerInnen fast für lau serviert. Wer schon mal aussetzt, muss eben einen Teil des Gelages bezahlen. Allerdings darf man nur bis zu 30 Euro individuelle Schulden anhäufen, danach ist erst einmal Schluss. Eine Möglichkeit der ‚Beurlaubung‘ gibt es ebenfalls.

Da ich bisher einmal das Vergnügen des Gelages hatte, lässt sich zusammenfassen: Muss man erlebt haben. Zumal man wirklich nette und lustige Menschen dabei kennenlernt und sich ganz nebenbei ein Stück weit in eine neue, bis dato weitgehend unbekannte Szene integrieren kann. (Wer also neu in einer Stadt ist und niemanden kennt: IronBlogger suchen und mitmachen. Hilft.)