Notizen: 2015 – Mein Jahr in Songtiteln.

Januar: Keine Lust (Rammstein)

Februar: Determined (Mudvayne)

März: Distrust (Katatonia)

April: Love Will Tear Us Apart (Joy Division)

Mai: Walk With Me In Hell (Lamb Of God)

Juni: Tapetenwechsel (NMZS & Danger Dan)

Juli: Freidrehen (Clueso)

August: Ode To The Sun (Dredg)

September: Alive And Well (Rise Against)

Oktober: Zurück in Schwarz (Broilers)

November: Von allem zu viel (Frittenbude)

Dezember: Summer (Beatsteaks)

Musiktipp der Woche: WildRider

Nach Slamdown freue ich mich nun auf Teil 2 der Reihe „Alte Bandkollegen machen jetzt…“:

WildRider (live in Bonn am 12.02.)

wildrider-band
© WildRider

Es gibt ja viele, die irgendwie in alten Zeiten hängen geblieben sind. Und dann gibt es diejenigen, die man nicht unbedingt als hängen geblieben bezeichnen kann. Die aber dennoch eine gewisse Liebe für eben jene alte Zeiten haben. Zu Letzteren gehören die fünf sympathischen Bekloppten, die mit ihrem Bandprojekt WildRider mal eben die 80er neu aufleben lassen. Wie der Name schon irgendwie suggeriert, könnte dieses musikalische Revival womöglich etwas mit „wild“ und „rider“ zu tun haben, also mit härterem Rock und äh, naja, reiten Motorradkultur und so. Also, theoretisch. Und wenn man reinhört, auch praktisch. Der Download ist übrigens kostenlos.

Zu den Gründern von WildRider zählen unter anderem ehemalige Bandmitglieder der vor einigen Jahren aktiven Metalkapellen Democrazed und Infected. Laut ihrer eigenen Beschreibung war die Bandgründung allerdings eher eine „Schnappsidee“: So gründete man die Band – um auch hier mal wieder altbewährten Standards in der Gitarrenzunft zu genügen – in volltrunkenem Zustand, um der „Liebe zum vor Sex triefenden Hard Rock der 80er Jahre“ zu fröhnen. Das mit dem Hard Rock gelingt ihnen ganz gut.

wildriderlogoZumindest das Erstlingswerk weist dann auch definitiv keinerlei Anzeichen von alkoholinduzierter geistiger oder musikalischer Abwesenheit auf – die selbstbetitelte EP Wild Rider mit den vier eingängigen, melodisch nach vorne drückenden Songs wurde hochprofessionell produziert. Das Arrangement und Mixing der Stücke wirkt ebenso durchdacht – um nicht zu sagen stilsicher – und so wird die Platte auch zum starken Geheimtipp für rocklastigere Partys. WildRider bringen eure Gäste garantiert in Bewegung. In der ganzen Mucke steckt richtig viel Herz, man kann – nein, muss – die Jungs jedem Veranstalter und jedem Label empfehlen. Gerade auch, weil bei dem Quintett jegliche Star-Allüren fehlen und nicht allein die Musik sehr bodenständig daherkommt.

Live kann man die Band übrigens auch sehen – in Bonn spielen sie an Weiberdonnerstag gemeinsam mit Hornado bei den Limes-Krach-Tagen. Wer also an Karneval noch einen Grund braucht, um  rauszugehen… hier ist er. Bisher hatte ich erst einmal das Vergnügen eines WildRider-Gigs – was aber reicht, um auch hier eine eindeutige Empfehlung auszusprechen. Die haben’s einfach drauf.

Links:

WildRider auf Facebook / bandcamp.com

Musiktipp der Woche (für Metalheads. Slamdown.)

Vergesst Arch Enemy. Hört Slamdown.

Da bei mir dieser Tage hart  Prüfungsstress angesagt und nicht wirklich Zeit da ist, einen langen Blogbeitrag zu verfassen, verteile ich zu Wochenbeginn erst einmal eine nette Musikempfehlung für Freunde des gepflegt härteren Gitarrengebolzes.

Die hiermit wärmstens empfohlene Band heißt Slamdown, kommt aus Köln und geht wohl voll durch die Decke. Unter anderem spielen sie derzeit im Vorprogramm von Arch Enemy und Drone. Da Gitarrist und Gründer Malte mit dem Schreiber dieses Blogs so ein bisschen persönlich bekannt ist, lag es natürlich nahe, die Band hier mal richtig abzufeiern. Klar, hinter jeder meiner gut gemeinten Empfehlungen steckt natürlich eine persönliche Seilschaft. Der Hintergrund ist dieser: Mit Malte habe ich tatsächlich selber lange in einer Band gespielt – wir suchten so um das Jahr 2008 herum nach einem neuen Gitarristen und er hat sich quasi auf die vakante Stelle beworben. Malte war gerade mal 16, alle anderen schon jenseits 20 und trotzdem, schon nach dem ersten Casting, nachhaltig beeindruckt von seinen Fähigkeiten an der Gitarre. Mit denen spielte er sich neben der persönlichen Sympathie direkt in die Herzen der eher nur semi-erfolgreichen Infected. Das, was folgte, war eine hübsche Zeit mit ein paar Gigs zu Lande und zu Wasser (ich zählte so um die 25, kann mich täuschen), viel Fahrerei, zwei aufgenommenen EPs und allerhand schönen und seltsamen Bekanntschaften in der Metalszene. Zu Maltes Leidwesen jedoch beschlossen Infected dann im Jahr 2011, sich aufzulösen und nur noch Musik zum privaten Spaß zu veranstalten. Unsere Leadgitarre meinte es allerdings etwas ernster mit der musikalischen Karriere, zog darauf nach Köln, fing an zu studieren und gründete mit anderen Musikern zusammen Slamdown. Nicht nur, dass sich das Ergebnis durchaus hören lassen kann, die Band scheint derzeit (für einen Newcomer) richtig erfolgreich zu sein. Was ich den Jungs wirklich gönne. Und naja, nachdem ich mir dann noch die neuen Songs von den quasi legendären Arch Enemy – bei denen sie ja als Vorband angeheuert wurden – angehört habe, bleibt zu sagen, dass ich mir da wesentlich lieber Slamdown gebe.

Läuft bei dir, Slamdown.

Band in Bonn: Hereditary

Es hat doch fast drei Monate gedauert, bis ich es nicht mehr ausgehalten habe. Also ging ich auf die Suche nach einer Band und wurde auch recht schnell fündig. Nachdem mein Engagement bei der Trierer Band Of Broken Blades wegen meines Umzugs nach Bonn so nicht mehr drin war, fehlte mir das aktive Rumbolzen mit dem Bass und der ganze Lärm eben wieder…

Es geht nun quasi zurück zu den Wurzeln. Das Kind kommt aus Bonn und wurde von den beiden Gründern auf den Namen Hereditary getauft. Es macht lauten, bösen, schlecht gelaunten aber doch gut hörbaren Metal. Quasi wie „damals“ bei Infected. Und – mehr Klischee kann eigentlich kaum sein – es gab bis vor kurzem noch regelmäßig Ärger mit den Nachbarn. Da jetzt der Proberaum noch einmal stärker abgedämmt wurde, müsste das Problem jetzt hoffentlich gegessen sein. Ach, was heißt schon Problem. Im Vergleich zu den Problemen von anderen Bands sind empfindliche Nachbarn eh nur Luxusproblem.

Vollständig ist die Band mittlerweile, auch wenn die Videos bisher nur Flo und Stefan zeigen und weder die zweite Gitarre, noch unseren Growler und meinen Bass enthalten. Sie sind schon etwas älter – aber zeigen dennoch, in welche Richtung der Wind hier weht. Viel Spaß damit.

 

 

 

Rhein in Flammen

Aus der Neu-Bonner Perspektive bietet Rhein in Flammen ein durchaus sehenswertes Erlebnis. Frisch mit einem Besucherrekord gesegnet, boten die – trotz Menschenmassen – nicht überfüllt wirkenden Rheinauen fast schon Festivalatmosphäre. Kein Wunder, zwischen den drei Bühnen konnte der interessierte Besucher sich an ungezählten Fressbuden die Plauze vollhauen, sich alle 20 Schritte am jeweils nächsten Bierbrunnen für erstaunlich humane Preise die nötige Erfrischung gönnen und selbige frisch acquirierte Mageninhalte anschließend auf Kirmesgeräten oder gleich beim Bungee-Jumping vom 70-Meter-Kran wieder loswerden. Ja, beim sogenannten „Landprogramm“ war für alle Alters- und Interessensgruppen etwas dabei.

Für mich ging es dabei vor allem um Musik, wollte ich doch ein paar alte Bekannte wiedersehen. Überhaupt: Speziell die musikalische Untermalung des Abends kann an dieser Stelle nicht genug gewürdigt werden. Denn dadurch, dass die drei Bühnen für drei unterschiedliche Musikstile standen, kamen sich deren Freunde auch nicht allzu sehr in die Quere. Gekrönt wurde das Ganze dann (zumindest für mich) durch den Auftritt von Lake Cisco, einer Progressive Rock Band aus Koblenz. Mir sind die Jungs noch von „früher“ geläufig, als man sich gelegentlich auf regionalen Musikwettbewerben die Bühne teilte. Wir wollten ja alle mal Rockstar werden. Lake Cisco gehören dabei zu den ganz wenigen Protagonisten, die es bis heute durchziehen – und verdammt nah dran sind. Zumal diese Band, meist im Gegensatz zu anderen aufstrebenden Regionalbands von „früher“, bereits vor ein paar Jahren verdammt gut war – aber das ist trotzdem kein Vergleich zu dem, was aus den Jungs geworden ist. Was das Quartett mittlerweile bei Auftritten wie in den Rheinauen lässig und professionell auf die Bretter zimmert, zieht einem wahrhaft die Schuhe aus. Muse und Konsorten können nach Hause fahren. Absolut großartige Rockmusik, abgedreht, verspielt, technisch versiert bis hin zur Überforderung des Publikums. Die meiste Zeit wirkte es dennoch so, als schmölzen die Anwesenden vor Staunen und Bewunderung regelrecht hinweg. Der einzige Bruch für diesen guten – perfekten – Auftritt lag dann viel mehr darin, dass die Band ausgerechnet den (normalerweise äußerst komfortablen) „Headliner“-Slot belegte. Zeitlich kollidierte dieser mit dem angekündigten „großen Höhenfeuerwerk“. Wer sich also Selbiges ansehen wollte, begab sich mitten während des Konzerts weg von der Bühne, die eingekesselt zwischen Südbrücke und hohen Bäumen alles andere als eine gute Lage für das Abschlussspektakel von Rhein in Flammen bot. So auch dann unser kleines Grüppchen, welches sich komfortabel auf einem der Hänge an den Rheinauen einrichtete. Dafür kann die Band natürlich nichts, ich hoffe, sie verzeiht es uns.

Das Feuerwerk selber war dann allerdings… eher unspektakulär. Zugegeben, gemessen am flammenden Titel der Veranstaltung hätte ich da etwas mehr erwartet. Das kann jedes Dorf-Weinfest im Ahrtal genauso gut.

Das Fazit lautet aber trotzdem: Rhein in Flammen ist definitiv einen Besuch wert. Die Rheinauen boten friedliche Volksfestatmosphäre mit guter Musik, die verschiedene Geschmäcker ansprach, und selbst das Bier ließ sich nicht als krass überteuert bezeichnen – zumindest gemessen am kostenlosen Eintritt.

Bonn, ich fange an, dich zu mögen.

 

 

#Update 05.05.2014: Ich sollte öfter Festivalvergleiche anstellen – zumindest berichtet der Bonner General-Anzeiger heute, dass wegen des durchschlagenden Erfolgs von Rhein in Flammen das R(h)einkultur-Festival vor einer Wiederauflage stünde. Na das wäre ja mal was.