Anniversary Update vs. Wlan (Rant inside)

Super gemacht, Microsoft. Ein Zwangs-Update (ist aus Sicherheitsgründen keine verkehrte Sache – eigentlich) zerschoss mir vor zwei Monaten den Wlan-Empfang am PC. Komplett. Tolles Geburtstags-Update. Man probierte daraufhin rum, frickelte, was das Zeug hielt, gar auf fast linuxesque Weise; löschte das Netzwerk und gab das Passwort neu ein, suchte nach neuen Treibern, die es nicht gab und gibt… nichts. Das Ergebnis? Ja genau, nichts. Nada. Außer unglaublich viel Zeitverschwendung, die schlussendlich darin mündete, das System zurückzusetzen. Worauf sich das Update erneut einspielte, schließlich aber doch nur crashte und eine erneute Rücksetzungsschleife eingeleitet wurde. Seitdem habe ich auf meinem Desktop zwar wieder Wifi-Emfpang, aber kein Anniversary Update und es sieht irgendwie auch nicht so aus, als würde Microsoft das für mich als Kunden noch vorsehen. Über den Twitter-Account verwies man mich auf Anfrage zu einer komplizierten manuellen Installationsroutine, die ich mir aus Zeitgründen einfach nicht geben wollte und will. (Auch: Weil mir das Risiko zu groß ist, dass bei meinem Arbeitsgerät wieder etwas schief geht.)

Das darf einem solchen Großkonzern nicht passieren. Man arbeitet mit so einem nicht ganz billigen Computer, man lebt quasi davon, ist in Prüfungssituationen sowie im Job maximal darauf angewiesen. Und dann sowas. Wenn die Herrschaften aus Redmond ihre Kunden weiter zu Apple treiben wollen… einfach genau so weitermachen.

Und schade, wirklich schade schade schade, dass Linux für den Arbeitsplatz nach wie vor keine Alternative darstellt.

Nicht-Ort, die zweite

Ach hallöchen, liebes V., alte Kackbratze. Lange habe ich nicht mehr über dich hergezogen, da müsste es doch eigentlich einmal wieder Zeit werden, dachtest du dir ganz bestimmt, denn als wenig liebgewonnene Einöde im Brachland der Zülpicher Börde gibt ja auch sonst für dich und deine Nörgelbürger nichts zu lachen. Ja, jedenfalls, V., eben diese Nörgelbürger haben sich nun einen neuen Nörgelstreich ausgedacht, der mir recht gut in dein perfektioniertes Bild zu passen scheint, ja deinen gesamten Existenzsinn: nämlich möglichst jeden Besuch von außerhalb maximal unangenehm zu gestalten. Dies gelingt dir heute auf neue, perfide Art, denn die Ordnungshüter, die du gezielt auf die den Seminarstandort umgebenden Parkplätze ansetzt, haben es natürlich auf uns, die völlig überbezahlten und daher finanziell teilungsfreudigen Referendare abgesehen.

Freilich, V., man muss es dir lassen: In Deutschland gelten immer noch Recht und Ordnung. Darauf legst du Wert, das ist dir wichtig. Bei dir kann nicht einfach jeder irgendwo sein Auto abstellen. Wo kämen wir denn da hin – also schon schon mal nicht zu dir. Vor allem darf man seinen Wagen auf keinen Fall auf den Parkplätzen rund um das von dir so verhasste Studienseminar für die Lehrerausbildung abstellen, denn wir seien ja schließlich, wie deine Ordnungshütenden mahnend feststellen, Zitat, „jung und dynamisch (…) und können gefälligst vom Ortseingang zum Seminar laufen.“ Was du dabei ignorierst: Jung und dynamisch ist bei End-20ern und Anfang-30ern durchaus schon mal Definitionssache, und selbst wenn es so wäre, scheint diese wohlfeile Charakterisierung bei strömendem Regen nicht zielführend. Aber egal, was kümmert’s dich, V., du musst schalten und walten und die leeren Parkplätze leer halten. Und natürlich mit den Ordnungsgeldern deine Finanzen aufbessern. Drum können auch deine Nörgelnden brav hinter ihren Gardinen hocken und darauf lauern, dass erneut fußlahme und überraschend wenig dynamische Referendare die maximale Parkdauer von zwei Stunden um wenige Minuten überschreiten.

Was ich dir jedoch dringend empfehlen möchte: Schaffe Verbindungen mit Bus und Bahn zu dir. Auch wenn deine eigenen Schildbürger möglicherweise nie mit solchen Verkehrsmitteln führen, denn wozu sollte man schon über seinen eigenen Horizont blicken – viele von uns würden sie sicher nutzen. Und: Stelle Schilder in deinen Seitenstraßen auf. Zum Beispiel solche hier: Halteverbot

Dann wird sich auch niemand mehr mit seinem Auto in deine Sträßchen verirren. Sowieso wird sich ab September niemand mehr von uns in deinen Ortskern verirren. Wozu auch? Man kommt ohne Auto nicht hin, darf aber gleichzeitig nirgendwo parken und zu sehen oder zu verweilen gibt es gleich auch nichts.

Muss das jetzt wirklich sein?

Anscheinend schon.

Dass ein Beitrag wie dieser heutzutage überhaupt noch geschrieben wird… es ist schon bitter, in einem Land zu leben, in dem ein Herr Gauland als führendes Mitglied einer 10+X Prozent-Partei offen rassistisch rumpöbelt. Und andere hohle Fritten aus eben jener Politgruppierung ebenfalls, teilweise läuft das ja schon seit Jahren. Unwidersprochen bleiben solche bewusst lancierten Aufmerksamkeitsakionen in den sozialen Netzwerken natürlich nicht, aber ich finde es dennoch traurig, dass sich überhaupt jemand traut, sein Profil offen mit derart verblödeten Aussagen zu schärfen.

Ja, dumm, verblödet, völlig gehirnamputiert. Was anderes fällt mir dazu nicht mehr ein. Dumm im Sinne von biologisch falsch. Dieses ganze Gelaber von Rassen und Hautfarbe, was gerade – im Jahr 2016! – aus dem Gullideckel der Geschichte wieder hoch blubbert: Es kotzt mich an. Menschen, die sich solcher Aussagen bedienen, wenden sich rhetorisch gegen jede Form von Miteinander und Zusammenleben und offenbaren darüber hinaus ein fundamentales Nichtwissen über Genetik und Biologie. Professor Harald Lesch bringt das mit den vermeintlichen Menschenrassen schön auf den Punkt und mehr möchte ich darüber auch gar nicht verlieren.

Einen Office-Rechner

wollte ich mir vor zwei Jahren kaufen. Tat ich dann auch – ein kleines Netbook, oder Subnotebook, wie immer man’s nennt, aus dem Hause Lenovo, ein Thinkpad, 11,6 Zoll Bildschirmdiagonale – kompakt und mit winzigem AMD-Prozessor, flankiert von vier Gigabyte RAM-Speicher, „damals“ flott genug, um mir das Arbeiten von unterwegs aus zu ermöglichen. In der Bahn, in Bibliotheken, also überall dort,  wo man als Studi in der Abschlussphase relativ häufig anzutreffen war. Auch für meinen Nebenjob als freier Mitarbeiter einer Online-Zeitung war das kleine Thinkpad Gold wert. Neben Kompaktheit und Preis galt der mit neun Stunden sehr ausdauernde Akku als ultimatives Kriterium für mich. Hatte schon Vorteile, wenn man über einen ganzen Tag kein Netzteil mitschleppen musste.

Jetzt – zwei Jahre und diverse Windows- und Software-Updates später – lässt sich das kleine Gerät kaum noch realistisch benutzen. Auch nicht „nur für Office.“ Elende Trägheit begleitet jeden Arbeitsschritt, die freie LibreOffice-Suite zeigt im Programm Writer teilweise sogar die getippten Buchstaben zeitverzögert an (!) und Webseiten mit vielen eingebetteten Inhalten brauche ich mit modernen Browsern gar nicht erst aufzurufen. Mein eigentlicher „Office-Rechner“ ist nun (wieder) mein älteres, größeres Notebook, in dem sich wesentlich leistungsfähigere Hardware befindet und das sich dadurch noch ganz formidabel schlägt. Leider ist selbiges aber auf Dauer etwas zu klobig, um es mal eben in die Schule oder gar auf Reisen mitzunehmen.

Die besser ausgestatte Core-i3-Variante des Netbooks hätte mich damals übrigens 150 Euro mehr gekostet. Wieso ich das Geld nicht investiert habe, weiß ich heute auch nicht mehr. Was ich nun stattdessen weiß: Kaufe keine günstigen, leistungsschwachen Geräte, weil du denkst, dass du sie „nur für unterwegs“ oder „nur zum Arbeiten“ brauchst und dies ja nicht viel Power benötige. Nach einem Jahr wird auch das Arbeiten anstrengend, weil jeder Schritt immer länger dauert, nach zwei Jahren musst du dir dann bald wieder was Neues kaufen.

Lesson learned.